Charaktere 2017

Adler, Reh, Wolf und Rotkehlchen vertreten die künstlerischen Arbeiten.

Das Reh steht im Austausch mit dem Wolf. Sie denken wild, nicht linear und tauschen Erfahrungen aus. Das Zeitliche löst sich im Gleichzeitigen auf. Das Rotkehlchen belehrt auf den Punkt genau. Der Wolf wendet sich ab vom Linearen hin zum Runden. Der Adler ist sich klar über seine Vergänglichkeit. Die Stofflichkeiten bekommen Füllung, wölben sich, bewegen sich im Volumen.Flach bekommt Falten. Es wird gefüllt und gibt Widerstand. Charaktere interagieren miteinander, es kommt zum Austausch, zur Kommunikation. Wildes Denken als andere Form des Verstehens. Der Wolf schließt vom Ganzen aufs Einzelne. Der Adler glaubt, dass jede Erfahrung gleichwertig ist. Das Reh denkt an die Flüchtigkeit von Erscheinungen. Das Rotkehlchen denkt un-zeitlich.

Die Bauende Stelle 2016

Lea Zepf und Anne Reiter haben sich sowohl methodisch, formell als auch metaphorisch mit der Thematik der Baustelle auseinander gesetzt.  Kleidung diente als Träger für die „bauende Stelle“.  So haben sie einerseits durch Zeichnungen Methoden des Zusammensteckens, Überbrückens, Aubauens, Fehler machen, erforscht und diese auf Stoff übertragen. Andererseits haben sie konventionelle Baustoffe in anderen Kontexte gesetzt.

Wie entsteht aus Einzelteilen ein Ganzes?, Was liegt dahinter?, Was passiert wenn man unter die glatten Oberflächen schaut?, Was bedeutet überhaupt bauen, erschaffen? Was sind Baustellen in mir?

Projekt der Klasse Grossarth 2016

Grüße aus Dresden: Was tun wenn Rasissmus zum Mainstream zu werden droht?

Jede Innenstadt ist ein Ort um öffentlich Stellung zu beziehen, so auch das Zentrum Dresdens. Eine Gruppe von Menschen und Dingen war darum von Januar bis April 2016 montags zwischen Frauenkirche und Elbufer unterwegs. Es waren zwischen 14 und 18 Teilnehmer_innen, die sich vor der Kulisse der Altstadt zu der anhaltenden Demonstration von rechter Ideologie und Rassismus positionierten. Es war und ist nötig, aktive Umgangsweisen mit der unerträglichen Situation in Dresden zu finden, darüber ist sich die Gruppe einig. „Uns war klar, dass es nur in Begleitung Sinn ergibt an die Öffentlichkeit zu treten. Wir wollten nicht länger nur eins sein. Ich habe mir gewünscht mehr zu werden“, so Roulette Schnell. Die Begleiter_innen sind vergegenständlichte Wünsche, Probleme, Reflexionen und Schattenseiten der Personen. Einer der Beteiligten trägt einen Kiefernbalken, der so lang ist wie er selbst hoch; über einer weiteren schwebt ein gelber Mantel, scheinbar viel zu klein um ihn anzuziehen. „Die Vielheit zulassen erscheint uns als geeignetes Prinzip, um der Ausgrenzung von Fremdem entgegenzuwirken“, kommentiert Jakoba Becke. Die Begleitung bewährt sich auch im Fall von unerwarteten Fragen und schwer lösbaren Situationen auf der Straße. Dazu Franziska Schweif: „Wenn ich nicht mehr weiter weiß, befrage ich das galoppierende Pferd an meiner Seite.“ Die Gruppe ist in dieser Formation derzeit nicht mehr in der Innenstadt anzutreffen. Gemeinsam mit dem Fremden zu sein und dies auch in der Öffentlichkeit zu verhandeln, bleibt jedoch als Aufgabe dauerhaft bestehen.