Under feminist construction 2021

Die Arbeit 2.schicht beschäftigt sich mit dem Frauenbild zu DDR Zeiten. Die jungen Frauen auf den Fotografien tragen Dederon Kittelschürzen, welche zu DDR Zeiten von nahezu jeder Frau während der Haus- und Lohnarbeit getragen wurde. Schürzen als Kleidungsstücke, die als weiblicher Arbeit konnotiert sind, werden hier selbstbestimmt von einer jungen Generation getragen. In Kombination  mit Arbeitshosen aus Dederon werden sie zum neuen Arbeitsoutfit, welches fluide Geschlechteridentitäten zulässt. Gleichzeitig verweist die Kleidung auf die Rückentwicklung in Bezug auf das Frauenbild nach der Wiedervereinigung und einen Blick in Richtung Arbeitsrealitäten in der DDR. Das Ruhrgebiet als strukturschwache Region im Westen steht hier neben abgehängten Regionen, die sich zu großen Teilen immer noch im Osten befinden. Laut Statistik ist Gelsenkirchen die ärmste Stadt in Deutschland. Es gibt es also nach wie vor Hierarchien in Arbeitsbereichen. Vor allem weiblich konnotierte Arbeit wird immer noch schlechter bezahlt und Hausarbeit bleibt unbezahlt. Ein Umdenken in Richtung emanzipatorischer Arbeitsrealitäten steht aus!

Künstlerin (Kostüm/Konzept): Anne Reiter

Fotografinnen: Liv Plotz und Indra Helm

Modells: Helena Baumeister, Jill-Aurelia Pastore, Anne Reiter

Ausstellungsansichten bei „under feminist construction“, Bochum: Mona Dierkes