kollektiver Anzug 2019

Die Arbeit „kollektiver Anzug“  (550x95cm) ist aus 87 recycelten farbigen T-shirts gewebt. Das Doppelgewebe betont das Volumen des Materials Textiles und ermöglicht Körpern in das Material einzutauchen, es anzuziehen. 87 potentielle Körper kommen zusammen und werden durch Interaktionen erlebbar.

Die Arbeit verhandelt im textilen Material die Zusammenkunft von einzelnen Teilen zu einer Masse. Der Faden wird zum Körper und verhandelt Protestformen im Material. Verschiedene Haptiken, Farbigkeiten und Stoffe repräsentieren Individualitäten und zeigen sogleich ihre Grenzen auf.

Die Arbeiten bestehen aus Alttextilien und stellen eine globalisierte Textilgeschichte in Frage, die von Rassismus und Sexismus geprägt ist. Die Wertschätzung geschieht durch das Sammeln und Verarbeiten von gesellschaftlich entwerteten Materialien. Die Arbeiten stellen aktuelle Produktionsweisen in Frage und fordern ein Denken außerhalb von neoliberalen Werten ein.

Die Arbeiten thematisieren das fluide Feld zwischen Gebrauchsgegenstand und „Hochkultur“. Das gewebten Materialien fordert als  marginalisierte Technik, die unter anderem durch Weiblichkeitszuschreibungen diffamiert werden, eine emanzipatorische Lesart ein.

o.T., Gewebe aus Alttextilien, 120×500 cm

Die Fotografien sind eine Zusammenarbeit mit Patterned Collective. Performerinnen: Lilli Döscher und Theresa Schnell  Fotografin: Irène Mélix