Ausstellung Master 2020

Die Masterarbeiten stellen Fragen nach der genderspezifischen Hierarchisierung zwischen angewandter und bildender Kunst. Die textilen Techniken, welche im Material selbst und durch die Motivik thematisiert werden, fordern ihren Stellenwert ein. Sie stehen im Bezug zu einer Geschichte, die das Textile und Dekorative durch Weiblichkeitszuschreibung diffamiert. Die Verknüpfung des Textilen und Dekorativen mit Weiblichkeit wird in den Arbeiten fortgeschrieben, jedoch stellen sie sich gegen die Geschichte, indem sie eine Aufwertung der Bereiche einfordern. Die Verwendung dieser Narrative, beschreibt einen Prozess der Aneignung und feministischer Selbstermächtigung. Die Arbeiten fordern Reflektionen über textile Mythen und ihren Genderkonstruktionen ein, stellen eine Kunstgeschichtsschreibung, die sich am männlichen Geniemythos abarbeitet in Frage und weisen auf eine feministische Lesart hin, die die Subjekt-Objekt Spaltung in Frage stellt. Das Textile darf zum Medium werden, der Körper darf mit den Arbeiten interagieren und sich selbst thematisieren. Sie fordern ihren eigenen Platz, nicht zuletzt durch ihre Größe und Farbigkeit im künstlerischen Diskurs.     Sie sind Statements gegen einen diskriminierenden Genderdiskurs und für ein Denken außerhalb von Kategorien und Hierarchisierungen.